Home :: 21.05.2012 - 23:23

Allgemein

Woher kommt Weihnachten?

von Thomas Hans

Jesus wurde in Bethlehem geborenDen ersten Teil der Frage beantworte ich ganz pragmatisch damit, dass es bei Weihnachten um einen Geburtstag geht, nämlich den von Jesus Christus. Wie auch unser eigener Geburtstag, ist dieser Tag nicht an einen bestimmten Wochentag gebunden, sondern wird durch ein Datum bestimmt.

Wie Christliche Feiertage entstanden

Wie kam es nun zu christlichen Feiertagen und insbesondere zu Weihnachten? Zunächst war es das Zusammenkommen der Christen am ersten Tag der Woche gewesen, das diesen als einen Feiertag heraushob: Es war der Tag, an dem Jesus Christus von den Toten auferstanden war. Im Lauf der Zeit entwickelte sich dann das Bedürfnis, der besonderen Geschehnisse im Leben Jesu an einem bestimmten Tag zu gedenken. Die Festsetzung des jeweiligen Datums beruhte nicht auf den tatsächlichen Gegebenheiten, sondern richtete sich vielfach nach den im jeweiligen Land üblichen Feiertagen. Mit der Ausbreitung des Christentums kam der Glaube auch in nichtjüdisch geprägte Kulturkreise. Vor diesem Hintergrund wird verständlich, dass die Gedenktage in den frühchristlichen Gemeinden nicht einheitlich begangen wurden.

Streit um ein Geburtstagsfest

Nicht anders verhält es sich auch mit dem Weihnachtsfest. Der Tag, an dem Jesus als Mensch geboren wurde, ist unbekannt. Alte Quellen nennen Tage um den 20. Mai. Dann wurde der 6. Januar im Osten als das “Fest der Erscheinung des Herrn” (= Epiphanie oder Epiphanias; erhielt später einen anderen Inhalt) und schließlich in Rom der 25. Dezember festgelegt. Dies war ca. im vierten Jahrhundert, als sich die römische Kirche gegen die ihrer Ansicht nach Ungläubigen abgrenzen wollte und einen Tag zur Feier der Gottheit Christi einrichtete. Den ältesten Hinweis finden wir in einem Eintrag des Chronisten Filokalus, der im Jahr 354 zum 25. Dezember eintrug: “natus Christus in Betleem iudeae”. Über das Datum gab es mancherlei Querelen; weil der 25. Dezember Feiertag der lange als Götter verehrten römischen Kaiser war, lehnten ihn viele ab. Hinzu kam, dass in den alten germanischen Religionen dieses Datum zu den 12 heiligen Nächten der Sonnenwende gehörte (daher stammt übrigens auch der deutsche Name Weihnachten, abgeleitet von “ze wîhen nahten”) und der heidnische Festtag des unbesiegbaren Sonnengottes Mithra war.

Vom Nikolaus zum Weihnachtsmann

Lange Zeit brachte der Nikolaus den Kindern am 6. Dezember die Gaben. Martin Luther verlegte die Bescherung auf Weihnachten. Der Reformator gab ihr auch eine neue Bedeutung: Die Geschenke sollten keine Belohnung mehr für braves Verhalten sein. Vielmehr dienten sie fortan als Symbol für das Geschenk, das Gott den Menschen mit seinem Sohn Jesus Christus gemacht hat und durch den wir die Vergebung unserer Sünden erfahren haben.

© Artikel von Thomas Hans - Nikodemus.net




Zitat

Gott liebt uns nicht, weil wir so wertvoll wären.
Wohl aber gilt: Wir sind wertvoll, weil Gott uns liebt!

Dietrich Bonhoeffer

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