Weltweit
Helga Armbruster arbeitet im Süden Tansanias als Lehrerin. Sie gründete “Mkwaju”, die neue Grundschule im Dorf Mbesa.
Mkwaju ist der Suaheli-Name eines Baumes, der in der Bibel im 1. Buch Mose genannt ist, als Abraham einen Baum (Mkwaju) pflanzte und dort den Namen Gottes anrief. Die Verbindung von Arbeit (Baum pflanzen) und Gebet hat uns als Motto für die Schule gefallen: Wir wollen unsere Kinder, die zarten Baumpflänzchen gleichen, hegen und pflegen, damit sie feste tragfähige Persönlichkeiten werden. Ebenso ist es uns ein Anliegen, dass sie mit dem ewigen Gott in Verbindung kommen und wie Abraham ihr Leben mit Gott leben.
Unsere Schule momentan 27 Schüler: 20 Drittklässler und 7 Erstklässler, die seit Januar 2005 die Schulbank drücken. Drei einheimische Lehrkräfte decken den allergrößten Teil des Unterrichts ab. Meine Aufgabe ist es, diesen Lehrern zu helfen kindgerecht und anschaulich zu unterrichten.
Wir Lehrer verbringen viel Zeit mit gemeinsamer Unterrichtsvorbereitung und Nachbesprechung. Ansonsten habe ich als Schulleiterin die üblichen repräsentativen und administrativen Aufgaben. In den Aufbaujahren der Schule stehen jede Menge Entscheidungen und Weichenstellungen an: Was handhaben wir wie? Was sind unsere Möglichkeiten und Grenzen? Viele dieser Fragen bewegen wir im z.Zt. vierköpfigen Schulvorstand. Dieses Gremium ist der Verantwortungsträger der Schule. Hinter diesem Vorstand steht der Schulelternverein (Schulträger).
Die Schule wird bis zur 7. Klasse geführt werden. Dann haben tansanische Kinder ihre Schulpflicht erfüllt und schließen die Zeit mit einer landesweit einheitlichen schriftlichen Prüfung ab. Nach und nach bauen wir auf unserem Schulgrundstück die Klassenräume für alle sieben Klassen und Lehrerhäuser.
Privatschulen in Tansania erhalten keinerlei staatliche Zuschüsse. Mkwaju wird zum großen Teil aus Spendengeldern finanziert, vor allem was die Investitionskosten angeht. Die laufenden Kosten sind weitgehend durch das Schulgeld der Schüler gedeckt. Für jedes Schulkind müssen monatlich 10.000 tansanische Schilling bezahlt werden, was z.Zt. ca. 7 Euro entspricht.
Ziel der Schule ist, den Kindern eine gute Schulbildung zu ermöglichen, die sie in den meisten staatlichen Schulen so nicht bekommen würden. Es freut uns zu sehen, dass unsere Schüler in Leistungsvergleichen mit benachbarten Schulen viel besser abschneiden. Diese Früchte unserer Arbeit motivieren und weiterzumachen trotz behördlicher Widerstände, mühsamer Lehrersuche und nicht ausgemerzter Skepsis in der Bevölkerung. Nach wie vor sind wir von der Richtigkeit und Wichtigkeit unseres Schulprojektes überzeugt.
Zur Person:
Hallo, ich heiße Helga Armbruster, bin 38 Jahre alt und von Beruf Grund- und Hauptschullehrerin. Nach dem Referendariat habe ich acht Jahre an der Minischule unserer Mission in Mbesa gearbeitet und dort die 5 bis 14 deutschen Schulkinder unterrichtet.
Die intensive Schülerbetreuung, die vielfältige Gestaltung des Schullebens und das Zusammenarbeiten mit verschiedenen Lehrern waren wichtige berufliche Erfahrungen jener Jahre.
Seit Januar 2003 arbeite ich mit am Aufbau einer einheimischen christlichen privaten Grundschule. Meine neue Arbeit ist geprägt von viel Gestaltungsfreiheit sowie etlichen Hindernissen, Spannungen und Überraschungen.

